Mi
09
Mär
2011
Schreiben Sie uns, was immer Ihnen auf dem Herzen liegt. Anonym oder mit Ihrem Namen. Lassen sie andere Betroffene, Angehörige, Pflegende und Ärzte teilhaben an Ihren Anregungen, Problemen, Lösungen.
Wir freuen uns über Ihre Kommentare.
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Eine sehr interessante Seite. Hier schaue ich gerne wieder vorbei.
Liebe Frau Friedrich,
ich wünschte auch, dass es meiner Mutter mittels richtiger Einstellung von Tabletten endlich besser gehen würde. Zur Zeit habe ich das Gefühl, es geht nur noch bergab. Leider kann ich nicht immer da
sein oder ihr helfen, da ich berufstätig bin...... Herr Bahnen hat mir über eine demenzkranke Dame berichtet, die jetzt auf einem "Traumschiff" lebt. Schön - wenn es auch eigentlich traurig ist. Aber
in ihrer Welt ist sie sicherlich glücklich!!! Wir können gerne mal etwas zusammen machen, hört sich gut an.
Liebe Grüße
Gerlinde Hötz
Liebe Frau Hölz,
Sie schreiben so intensiv über Ihre Erfahrungen mit Ihrer Mutter. Sollen wir mal etwas Gemeinsames schreiben oder etwas anderes auf die Beine stellen? Zum Thema Medikamente kann ich nur sagen, dass
die perfekte Einstellung des Medi-Mixes durch einen sehr verantwortungsvollen Neurologen, Jochen Scriba, meiner Mutter das Leben auf ihrem Traumschiff zurück brachte. Bis heute nennt sie die
Pflegestation in ihrem Stockwerk Rezeption, sie beklagt sich über das Essen und den Service, als ob sie auf einer ihrer geliebten Schiffstouren sei. Ich glaube, ich gehöre zu den Wenigen, die
glauben, dass Medikamente, gezielt eingesetzt, ab einem gewissen Demenzstadium wirklich ein Segen sind. Ich halte nichts vom schon allgemeingültigen Tenor des Teufels Psychopharmaka - die
Teufelsdinger können manchmal schon sehr hilfreich sein ..: Haben Sie dazu auch Erfahrungen gesammelt? ich freue mich sehr, von Ihnen zu lesen. Ihre Claudia Friedrich
Ihre CF
Liebe CF,
das kommt mir alles sehr bekannt vor, was sie über ihre Mutter schreiben....Meine Mutter bekommt jetzt wohl Pflegestufe 2. Sie lebt zu Hause mit meinem Vater, der auch krank ist. Eigentlich dachten
wir immer, er ist derjenige der bedauert und betreut werden muss. Die Diagnose Demenz haben wir im Sommer erhalten. Eigentlich ging es ihr da noch recht gut, bis auf ihre Vergesslichkeit und anderer
Kleinigkeiten, die wir aber mit ihrem Alter (82) in Verbindung brachten. Jetzt aber seit ca. 3 Monaten ist alles anders. Sie bekam Halluzinationen und nach dem Besuch beim Neurologen und
entsprechender Tabletteneingabe kann nicht mehr richtig laufen, schläft nachts kaum noch und benimmt sich, wie auch Sie schreiben, wie ein Kleinkind. Ich bin berufstätig und habe mich bis vor einigen
Wochen täglich nach bzw. vor der Arbeit und das ganze WE um sie gekümmert. Das war schon recht hart, auch emotional. 2 Pflegefälle in einem Haus habe ich immer gedacht. Wie soll das nur weitergehen.
Jetzt haben wir eine 24 h Stunden Kraft im Haus, die sich (kümmert). Aber trotzdem, ich bin täglich dort, meine Mutter wartet den ganzen Tag auf mich. Das Schlimme, wie ich finde, man ist so hilf-
und ratlos. Sie ist stets so traurig, möchte sterben, sie spürt,dass es ihr nicht besser gehen wird. Das tut weh, weil man nicht helfen kann. Man zweifelt auch täglich, ob man nicht noch mehr tun
könnte/müsste. Vielleicht andere (bessere) Tabletten? vielleicht mehr Förderung ihrer Gehirnleistung (z.B. Beschäftigungen finden). Man hat immer ein schlechtes Gewissen!! Der lange Abschied........
sehr, sehr traurig aber leider wahr. Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben......
Liebe Grüße
Gerlinde Hötz
Liebe GH,
in aller erster Form bin ich Tochter einer demenzkranken Mutter, die mit Pflegestufe drei in einem Heim lebt. Ich habe darüber hinaus die komplette Betreuung meiner Mutter übernommen. Das klingt im
ersten Schritt, als sei es ein ganz normaler Schritt, ein ganz normales Vorgehen. Näher betrachtet ist es für mich, als ob ich wieder ein Baby in der Familie hätte. Ich will an dieser Stelle gar
nicht auf die wirklich sehr leidvolle Vorgeschichte eingehen, die ich und meiner Mutter erlebt habe bis wir endlich die Diagnose Demez hatten und damit wieder in der Lage waren, meine Mutter zu
lieben, statt sie zu hassen, weil wie wussten, sie ist krank und nicht böse und gemein.
Zu meiner Person - ich bin Journalistin, arbeite als Angehörigenvertreterin im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Krefeld. Das mache ich gern, so lange es der Sache dient und Licht am Ende des
Tunnels zu sehen ist... Und derzeit denke und glaube ich noch, irgand wann etwas bewegen zu können.
Erzählen Sie mir doch von Ihren Erfahrungen. Es gibt sicherlich verschiedene Möglichkeiten, den Ist-Zustand zu verbessern.
Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
Ihre CF
Hallo CF!
Danke für Ihr Hilfsangebot. Sind Sie eine Organisation?
L.G. G.H
Liebe(r) G.H.,
es gibt Demenzformen (z. B. vaskuläre Demenzen), die sehr unterschiedlich in der Symptomatik und der Ausprägung sind. Dazu gehört auch das Erleben der Erkrankung seitens des Betroffenen. Diese
plötzlichen krisenhaften Zustände können sich aber wieder abmildern, wichtig ist eine Hilfe durch Spezialisten. Etwas noch, je weiter die Demenz fortschreitet, desto weniger leidet der Mensch mit
Demenz, er (sie) braucht natürlich mehr Hilfe, ist diese aber gewährleistet und darf er so sein, wie er sich fühlt, dann sind die Probleme für den Menschen mit Demenz minimiert. Der Angehörige
braucht dafür aber viel Unterstützung. Rufen Sie mich ruhig an, wenn sie einen persönlichen Termin brauchen: 02151-347225
Wir würden Ihnen sehr gern helfen, Ihre Hilflosigkeit zu überwinden. Ich selbst habe eine Mutter, die dementkrank ist und Pflegestufe drei hat und mich, obwohl sie in einem guten Heim untergebracht
ist, rund um die Uhr beschäftigt. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, weil wir, meine Familie und ich, einen zweiten Wohnsitz auf einer Nordseeinsel haben, gern dort sind, aber nie wissen, ob wir
länger als ein paar Tage bleiben könne, weil die Anrufe meiner Mutter, die das Pflegepersonal tätigt, uns immer wieder in die Realität zurückbringt. Leider kann ich Ihnen keine Möglichkeiten
aufzeigen, damit es Ihrer Mutter bald besser geht. Was Sie dringend brauchen sind eine professionelle Hilfe und Pflege und eine Orientierungshilfe für Ihr eigenes Leben. Weil, wenn Sie keine Hilfe
annehmen, Ihr eigenes Leben mit Ihrer Familie im Laufe der Zeit auch noch schwer belastet wird. Schreiben Sie doch, wie Sie sich vorstellen, wie wir Ihnen und vorallem auch Ihrer Mutter helfen
können. Wir würden gern einen persönlichen Besuch bei Ihnen vorschlagen, damit alle Beteiligten sich ein Bild machen können.
Melden Sie sich bitte noch einmal. Ihr Problem liegt uns am Herzen. Ihre CF
Hallo,
vielleicht wird dieser Blog bald häufig besucht, denn man ist oft so hilflos und würde sich gerne über Rat und Austausch freuen wenn man wie ich eine dementkranke Mutter hat. Bis vor kurzem war sie
noch recht fit. Sehr vergesslich aber ansonsten eine noch (fast) normale Mama. Jetzt aber in kürzester Zeit (3 Monaten) hat sie total abgebaut, kann nicht mehr richtig laufen, nicht mehr normal
sprechen, nicht schlafen, beschäftigt sich mit gar nichts und und und....Das schlimmste, sie merkt das alles und ist immer sehr traurig und möchte nicht mehr leben.... Das tut schon sehr weh....man
ist so machtlos.....
Hoffentlich wird dieses Forum jetzt auch genutzt zum Besten unserer Angehörigen.
Maria Westphal, Krefeld
Schön, dass es jetzt diesen "Meckerkasten" gibt. Vielleicht hilft es ja, wenn man Probleme hier ansprechen kann.
EK